{"id":10,"date":"2007-04-17T20:49:35","date_gmt":"2007-04-17T18:49:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/?page_id=10"},"modified":"2007-04-17T21:01:00","modified_gmt":"2007-04-17T19:01:00","slug":"geschichte-des-freibades","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/?page_id=10","title":{"rendered":"Geschichte des Freibades"},"content":{"rendered":"<p>(von Helga Jungbluth und Hans Werner Kocar)<br \/>\nUnter Nr. 1 der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 23. November 1936 wurde der Punkt \u201eErrichtung eines Gemeindeschwimmbades\u201c behandelt. An diesem Tag wurden die Weichen zum Bau des Freibades gestellt. Der damalige B\u00fcrgermeister Braun legte eine \u201eDenkschrift zum Bau eines Gemeindebades\u201c vor. Die Planung wurde durch den Baumeister in technischer Beziehung eingehend erl\u00e4utert. Gleichzeitig wurden die Mittel zum Bau bereitgestellt. Das erforderliche Gel\u00e4nde sollte auf dem Tauschwege von der Forstverwaltung erworben werden. Zu allen Punkten gaben die Gemeinder\u00e4te ihr Einverst\u00e4ndnis. Man wartete nur noch auf die aufsichtsbeh\u00f6rdliche Genehmigung des Projektes.<\/p>\n<p>Die veranschlagten Mittel f\u00fcr die Herstellung des Bades beliefen sich auf 85.000 RM, f\u00fcr den Bau der Wirtschaftsr\u00e4ume waren 10.000 RM und f\u00fcr den Fall einer g\u00fcnstigen Entwicklung des Betriebes 15.000 RM f\u00fcr die Anlage von Gr\u00fcnfl\u00e4chen, Liegewiesen und Erholungsst\u00e4tten vorgesehen.<\/p>\n<p>Die zun\u00e4chst erforderlichen 85.000 RM konnten sofort aus greifbaren Fondsverm\u00f6gen der Gemeinde in fast voller H\u00f6he bereitgestellt werden.<\/p>\n<p>Diese Finanzierungsform war f\u00fcr die Gemeinde ebenso erfreulich wie auch wirtschaftlich, brauchte man doch keinen Schuldendienst zu leisten. Gleichzeitig machte man sich schon Gedanken um einen anzulegenden Erneuerungsfonds, dem j\u00e4hrlich 500 RM zugef\u00fchrt werden sollten.<\/p>\n<p>In einer \u00e4u\u00dferst engagierten Rede trug B\u00fcrgermeister Braun seine weiteren Vorstellungen zum Bau des Gemeindebades vor.<\/p>\n<p>Er stellte fest, dass man sich schon ein Jahrzehnt mit den Pl\u00e4nen zum Bau eines Gemeindebades befasst habe. Sie seien jedoch nie \u00fcber ein Stadium der Erw\u00e4gung und vorbereitender Planungsarbeiten hinausgekommen. Grund daf\u00fcr waren un\u00fcberwindbare Schwierigkeiten wie z. B. die Bereitstellung von Wasser und Bergunsicherheit. Nun m\u00fcsse alles getan werden, dass man nicht wieder auf halbem Wege stehenbleibe.<\/p>\n<p>Als ein Vertreter des nationalsozialistischen Staates, der allergr\u00f6\u00dften Wert auf die k\u00f6rperliche Ert\u00fcchtigung des Volkes legte, forderte B\u00fcrgermeister Braun auch die Schaffung entsprechender Einrichtungen. Besonders wichtig sei dies in stark industrialisierten Gebieten, die ohnehin in Bezug auf Raumeinschr\u00e4nkung, Bev\u00f6lkerungsdichte und Lage weniger gute Voraussetzungen in gesundheitlicher Beziehung aufzuweisen h\u00e4tten. Er sah gerade im Bau eines Gemeindeschwimmbades die Pflicht, wenigstens auf diesem Gebiet einen bescheidenen Ausgleich herbeif\u00fchren zu k\u00f6nnen. Er sprach auch die Gemeinde als Tr\u00e4gerin der Volksschullasten an. Um die Erteilung des obligatorischen Schwimmunterrichtes f\u00fcr die schulpflichtige Jugend erteilen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten auch die Voraussetzungen dazu geschaffen werden. Man k\u00f6nne auch nicht auf Dauer die M\u00f6glichkeit, andere umliegende B\u00e4der zu benutzen, heranziehen. An der Erstellung eines eigenen Bades komme eine Gemeinde mit nahezu 15.000 Einwohnern und 2.500 Schulkindern auf Dauer nicht vorbei. Ganz realistisch sah der B\u00fcrgermeister auch die Tatsache, dass man der Gemeinde nicht ihre mangelnde Finanzkraft unterstellen k\u00f6nne. Dass die Badelustigen in den Sommermonaten das Geld aus der Gemeinde heraustragen anstatt hereinzubringen, k\u00f6nne man sich wirtschaftlich nicht leisten. Der technische Erl\u00e4uterungsbericht macht Aussagen bis ins kleinste Detail zur Planung eines Schwimmbades, wenn es seinen Zweck erf\u00fcllen soll.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image002.jpg\" title=\"image002.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image002.jpg\" alt=\"image002.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Beim Bau in den 30er Jahren war viel Handarbeit notwendig.<\/em><\/p>\n<p>Eine Reihe gl\u00fccklicher Umst\u00e4nde wirkten zusammen: Es gab in der N\u00e4he gen\u00fcgend und gutes Wasser, die Lage zur Sonne und zu Verkehrswegen war g\u00fcnstig. Die Beschaffung von geeignetem Gel\u00e4nde war somit gegeben. Die Wasserfrage war die wichtigste. 8 Brunnen sorgten f\u00fcr ausreichend Wasser. Das Quellwasser konnte auf nat\u00fcrlichem Wege und ohne besondere Kosten dem Schwimmbad zugeleitet werden. Man machte l\u00e4ngere Zeit w\u00e4hrend Regen- und Trockenperioden zahlreiche Messungen an den nachfolgenden gefassten Quellen: der Felsenquelle am Heinitzer Weg, beim Bergmannspfad und am Sportplatz Heinitzer Weg, einer Quelle im Stra\u00dfenbahngleis, am Friedhof in der Friedenstra\u00dfe, an der Brunnenstube bei Engel, in der Drehbrunnenstra\u00dfe und Kaulenstra\u00dfe. Sie erbrachten im Schnitt bis 280 cbm Wasser in 24 Stunden. Man ben\u00f6tigte jedoch nur 100 cbm f\u00fcr das sog. \u201ePetunia\u201c-Reinigungsverfahren, das eine laufende und dauernde Reinigung des Badewassers erm\u00f6glichte. (Das Schwimmbad in Friedrichsthal sollte als erstes Bad nach dem Olympiabad in Berlin mit der gleichen Technik des Reinigungsverfahrens, einer Umw\u00e4lzanlage, versehen werden).<\/p>\n<p>Die Schwierigkeiten durch die bergbaulichen Einwirkungen waren ebenfalls zu \u00fcberwinden. Es wurde dankbar anerkannt, dass die Grubenverwaltung die ausdr\u00fcckliche Genehmigung aufgrund des Berggesetzes zur Erstellung des Bades an dieser Stelle gab. Sie hatte sich sogar bereiterkl\u00e4rt, die durch besondere technische Sicherheitsma\u00dfnahmen entstehenden Mehrkosten zu tragen. Die Verwendung von l\u00e4ngeren starren Konstruktionen war verboten. Das Becken sollte so konstruiert werden, dass es durch Bewegungen des Erdbodens nicht rei\u00dft. Plastisches bitumin\u00f6ses Material musste verwandt werden. Es wurde hervorgehoben, dass in technischer Beziehung bei der Planung wie auch bei der vorgesehenen Ausf\u00fchrung alles ber\u00fccksichtigt sei, was nach menschlichem Ermessen und bei normaler Erdbewegung in einem bergbaugef\u00e4hrdeten Gebiet irgendwie m\u00f6glich sei.<\/p>\n<p>Auch \u00fcber die \u00f6rtliche Lage zu beiden Ortsteilen wurde anhand von Entfernungs- und H\u00f6henzahlen Ausf\u00fchrungen gemacht. Bis zum Ortskern Bildstock sind es 1.400 m, bis Friedrichsthal 800 m. Dabei ist die H\u00f6henlage des Bades mit 320 m \u00fcber N.N. etwa 38 m tiefer als der Marktplatz in Bildstock und etwa 40 m h\u00f6her als der in Friedrichsthal. Die Besucher beider Ortsteile haben somit etwa die gleiche Steigung zu \u00fcberwinden, was in hei\u00dfen Sommermonaten wesentlich sei. Besucher aus Elversberg k\u00f6nnen das Bad auf einem etwa 2 km langen schattigen Waldweg erreichen. Bei der Stra\u00dfenbahn wollte man die Errichtung einer Haltestelle in unmittelbarer N\u00e4he des Bades beantragen. Zur Gestaltung der gesamten Au\u00dfenanlage diente als Vorbild das Opelbad in R\u00fcsselsheim.<\/p>\n<p>Beim Schwimmbecken entschloss man sich f\u00fcr eine Gr\u00f6\u00dfe von 50 x 16 m. 50 m sind f\u00fcr die Abhaltung sportlicher Wettk\u00e4mpfe notwendig; 16 m reichen f\u00fcr die Anlage von 6 Schwimmbahnen aus. Zur Entlastung des gro\u00dfen Beckens sah man ein Planschbecken von 7 x 16 m vor. Nach der Gr\u00f6\u00dfe des Beckens sei es m\u00f6glich, eine Besucherzahl von t\u00e4glich bis zu 3.000 Personen zu verkraften. Bei einer t\u00e4glichen Reinigung nach dem \u201ePetunia\u201c-Reinigungsverfahren wird das Wasser mit Chemikalien versehen. In einer Filteranlage wird das Wasser absolut keimfrei, ist stets kristallklar und durchsichtig bis auf den Grund. Algenwuchs wird unm\u00f6glich gemacht. Durch das Umw\u00e4lzen ist der Wasserbedarf denkbar gering; nur verdunstetes Wasser muss ersetzt werden. Durch die Anordnung einer Fu\u00dfwaschrinne und Brausen werden Verunreinigungen des Beckens weitgehend vermieden.<\/p>\n<p>Zu den Bauarbeiten, die vorwiegend im Winter ablaufen werden, wollte man vor allem Wohlfahrtserwerblose besch\u00e4ftigen, die mit dieser Ma\u00dfnahme sp\u00e4ter in den Genuss der staatlichen Erwerbslosenf\u00fcrsorge kommen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Man sah in der Besch\u00e4ftigung von etwa 40 bis 50 Leuten in einer Zeit von 4 bis 5 Monaten auch einen stark ins Gewicht fallenden Erfolg in arbeitsmarktpolitischer Beziehung. Die gesch\u00e4tzte Bauzeit von insgesamt nur 8 Monaten ist als eine beachtliche Leistung anzusehen.<\/p>\n<p>Nachdem auch der Gastst\u00e4ttenbetrieb auf der Basis der Einnahmen (10 %) verpachtet worden war, wurde das Bad am 25. Juli 1937 feierlich eingeweiht. Auch der B\u00fcrgermeister aus Villingen war mit einer Abordnung in Friedrichsthal, um eine gemeinsame Patenschaft zu besiegeln. Prominente Schwimmer und sogar eine Olympiasiegerin sorgten f\u00fcr das Rahmenprogramm. Der Geburtstagsakt endete schlie\u00dflich mit einer Polonaise rund um das Becken und mit einem Sprung aller Beteiligten vom 3m - Brett.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image005.jpg\" title=\"image005.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image005.jpg\" alt=\"image005.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Das Friedrichsthaler Freibad kurz nach Fertigstellung. Es z\u00e4hlte damals zu den modernsten Freib\u00e4dern Europas.<\/em><\/p>\n<p>In den folgenden Jahren diente das Freibad, das wegen seiner sch\u00f6nen Lage immer wieder gelobt wurde, unterschiedlichen sportlichen und auch gesellschaftlichen Veranstaltungen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image006.gif\" title=\"image006.gif\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image006.gif\" alt=\"image006.gif\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Interessant sind die Eintrittspreise, die 1940 entrichtet werden mussten<\/em><\/p>\n<p>Zur weiteren Geschichte:<\/p>\n<p>1945 wurde das Freibad durch die amerikanische Besatzungsbeh\u00f6rde zur Benutzung f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung nur wochentags von 7 bis 12 Uhr freigegeben. Die vorherigen Truppen hatten das Bad sogar vollst\u00e4ndig f\u00fcr sich beansprucht. Schlie\u00dflich musste es dann aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden ganz geschlossen werden, da durch den permanenten Chlormangel die Wasserqualit\u00e4t nicht mehr gew\u00e4hrleistet werden konnte.<\/p>\n<p>1969 ist die Abteilung Schwimmen des SC Friedrichsthal an die Gemeindeverwaltung herangetreten, damit eine Vorw\u00e4rmanlage im Freibad installiert werden soll.<\/p>\n<p>1970 hat sich der Stadtrat mit einer Gesamtplanung befasst. Neben der Vorw\u00e4rmanlage dachte man an ein zweites Becken f\u00fcr sportliche Wettbewerbe, ein separates Springerbecken und sogar an den Bau einer Kleinschwimmhalle. Alle diese Vorstellungen konnten aus finanziellen Gr\u00fcnden nicht verwirklicht werden.<\/p>\n<p>Die Stadt hat seit 6 Jahrzehnten vor jeder Saison zum Teil mehr oder weniger umfangreiche Unterhaltungsarbeiten vorgenommen, trotzdem ist die Substanz der baulichen Anlagen stetig gesunken.<\/p>\n<p>1973 wurde aufgrund der mangelnden Bausubstanz der Freibadgastst\u00e4tte die Diskussion \u00fcber den Abriss oder die Sanierung gef\u00fchrt. Wegen fehlender Finanzmittel wurden nur die unabdingbaren Reparaturen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Im Dezember 1973 wurde das Hallenbad eingeweiht.<\/p>\n<p>1986 war die Gastst\u00e4tte wieder in einem abbruchreifen Zustand. Als Zwischenl\u00f6sung wurden dann im Bereich der Terrasse die Tr\u00e4ger erneuert und der Boden im Bereich der Gastst\u00e4tte mit 24 Holzst\u00fctzen notd\u00fcrftig abgest\u00fctzt.<\/p>\n<p>Zur Wasserqualit\u00e4t<\/p>\n<p>Die ehemals beispielhafte Technik der Wasseraufbereitung des Freibades war Ende des ausgehenden Jahrtausends v\u00f6llig \u00fcberaltert. Seit der Er\u00f6ffnung 1937 wurde im Bereich der Technik lediglich anstelle der urspr\u00fcnglich vorhandenen Kalk-, eine Chlorgasaufbereitungsanlage eingebaut.<\/p>\n<p>Ansonsten schuf man in baulicher Hinsicht die M\u00f6glichkeit zum Warmduschen und baute die vorhandenen Sammelumkleiden in eine WC-Anlage mit Umkleide um. Die gestiegenen Anforderungen an die Wasseraufbereitung konnten nicht mehr eingehalten werden.<\/p>\n<p>So betrug die geforderte Wasserumw\u00e4lzung bei dem Beckenvolumen 480 cbm pro Stunde. Die vorhandene Technik leistete allerdings nur 100 cbm pro Stunde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image007.jpg\" title=\"image007.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image007.jpg\" alt=\"image007.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Auch in den 90er Jahren war das Freibad oft stark frequentiert.<br \/>\nHier im Bild das Wasserball-Turnier f\u00fcr Hobby-Mannschaften beim Jux-Schwimmfest 1995.<\/em><\/p>\n<p>Durch die L\u00e4ngsdurchstr\u00f6mung des Beckens (Einlauf im Bereich des Nichtschwimmerbeckens, Auslauf an der tiefsten Stelle unter den Sprungbrettern) entstanden an den Beckenr\u00e4ndern Zonen, in denen das Badewasser nicht ausreichend umgew\u00e4lzt wurde.<\/p>\n<p>Dieser Sachstand konnte auf Dauer durch das Gesundheitsamt nicht geduldet werden. Jahrelang wurden entsprechende Ma\u00dfnahmen gefordert. Wenn auch die Technik nicht mehr den Standards entsprach, konnten durch die Beschr\u00e4nkung der Besucherzahl und st\u00e4ndiger Wasseruntersuchungen bei allen \u00dcberpr\u00fcfungen des Badewassers durch das Gesundheitsamt keine Missst\u00e4nde festgestellt werden. Eine akute Gef\u00e4hrdung der Badeg\u00e4ste war zu keiner Zeit gegeben. Trotz dieser Tatsache wurde bereits im Herbst 1991 eine erste Planung zur Freibadsanierung erstellt, die im Verlaufe des Jahres 1992 konkretisiert wurde.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1993 wurden, damit das Freibad er\u00f6ffnet werden konnte, folgende Ma\u00dfnahmen mit dem Gesundheitsamt vereinbart:<\/p>\n<p>1. Schlie\u00dfung des Kinderbeckens<br \/>\n2. st\u00fcndliche Messung der Wasserwerte<\/p>\n<p>20 Jahre vorher wurde bereits die Rutsche, die in den Nichtschwimmerbereich f\u00fchrte, abgerissen. Mit dem Verlust des Kinderbeckens wurde das Bad f\u00fcr Eltern mit Kindern unattraktiv, was zu einem weiteren R\u00fcckgang der Besucher f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Es musste also gehandelt werden. Die Alternativen bestanden aus der Schlie\u00dfung des Freibades oder einem finanzierbaren Konzept.<br \/>\nIm Juni 1993 wurde im Stadtrat eine umfangreiche Vorlage der Verwaltung zur Sanierung des Freibades beraten.<br \/>\nIn der Vorlage wurden alle erdenklichen M\u00f6glichkeiten zur Erhaltung des Freibades aufgezeigt.<br \/>\nNach dem Motto \u201eNot macht erfinderisch\u201c wurden mehrere bauliche Sanierungskonzepte vorgestellt. Au\u00dferdem wurden verschiedene Alternativen (bis zum Verkauf des Wasserwerkes) zu einer Finanzierung mit Beteiligung Dritter dargestellt.<\/p>\n<p>Die Schlussbetrachtung lautete wie folgt:<\/p>\n<p>Wie aus der Vorlage ersichtlich, hat sich die Verwaltung bem\u00fcht, alle M\u00f6glichkeiten zur Erhaltung des Freibades aufzuzeigen.<br \/>\nDas Freibad mit einem Durchschnitt von 13.000 zahlenden Badeg\u00e4sten ist die am h\u00f6chsten frequentierte gemeindliche Freizeiteinrichtung. In der Sommer- und Ferienzeit hat das Freibad vor allem f\u00fcr Kinder und Jugendliche eine hohe Anziehungskraft, wobei f\u00fcr viele die Nutzung des Freibades ein Ersatz f\u00fcr Urlaub und Ferien darstellt. Eine Ausweichm\u00f6glichkeit auf umliegende Freib\u00e4der besteht aufgrund der fehlenden Mobilit\u00e4t von Kindern und Jugendlichen, aber auch durch den hohen Aufwand an Fahrtkosten, in der Regel nicht.<br \/>\nGerade eine Stadt mit der sozialen Struktur von Friedrichsthal sollte den Verlust von solchen Freizeiteinrichtungen vermeiden.<br \/>\nDiese Aussage wird auch vor dem Hintergrund getroffen, dass einerseits das Freibad die st\u00e4dtische Einrichtung mit der h\u00f6chsten Resonanz darstellt und andererseits ein relativ geringes Defizit zu verzeichnen ist. Als Beispiel lassen sich in diesem Zusammenhang die indirekten Zusch\u00fcsse an die Sportvereine, welche st\u00e4dtische Turn- und Sporthallen nutzen, anf\u00fchren.<br \/>\nDie Kosten, die von der Allgemeinheit getragen werden, belaufen sich auf rd. 617.000 DM j\u00e4hrlich. Es ist jedoch unverkennbar, dass die Entwicklung der Gemeindefinanzen in den n\u00e4chsten Jahren stark r\u00fcckl\u00e4ufig sein wird.<br \/>\nUnter Ber\u00fccksichtigung dieser Sachlage und unter Einbeziehung der derzeitigen Finanzplanung sieht sich die Verwaltung derzeit nicht in der Lage, eine realistische Finanzierungsm\u00f6glichkeit zur Sanierung des Freibades aufzuzeichnen.<br \/>\nTrotz dieser negativen Stellungnahme wurden weiterhin zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten zur Sanierung des Freibades untersucht.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1994 hatte das von der Stadt beauftragte Ing.-B\u00fcro in Absprache mit der Verwaltung eine Planung erstellt, wonach das Freibad in sechs unabh\u00e4ngigen Bauabschnitten saniert werden konnte.<\/p>\n<p>BA.: Verkleinerung des Schwimmbeckens (25m) 400.000 DM<\/p>\n<p>BA: Errichtung des Erlebnisbeckens 450.000 DM<\/p>\n<p>BA.: Erneuerung der Wasseraufbereitung 500.000 DM<\/p>\n<p>BA.: Errichtung einer Rutsche, Beheizung 350.000 DM<\/p>\n<p>BA.: Errichtung eines Springerbeckens 200.000 DM<\/p>\n<p>BA.: Sanierung des Bewirtungsgeb\u00e4udes 320.000 DM<\/p>\n<p>Der Vorteil dieses Konzeptes lag vor allem darin, dass die einzelnen Bauabschnitte in einem Rahmen lagen, die unter Umst\u00e4nden<br \/>\nin einem Haushaltsjahr veranschlagt werden konnten und das Freibad zu keiner Badesaison geschlossen werden m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Nun musste noch ein Finanzierungsvorschlag erarbeitet werden. Nach intensiven Beratungen innerhalb der Verwaltung konnte den Gremien am 18.10.1994 folgender Beschlussvorschlag unterbreitet werden:<\/p>\n<p>Die geplante Neugestaltung des Freibades ist \u00fcber den st\u00e4dtischen Haushalt finanzierbar:Voraussetzungen hierf\u00fcr sind:<\/p>\n<p>Durchf\u00fchrung der Arbeiten in einzelnen Bauabschnitten, Verzicht auf Springerbecken, Attraktivit\u00e4tssteigerungen nur mit Beteiligung Dritter<\/p>\n<p>Aussch\u00f6pfung von Einnahmem\u00f6glichkeiten (Ver\u00e4u\u00dferung des ehemaligen Schwimmmeisterwohnhauses und der unteren Liegewiese zur baulichen Nutzung)<\/p>\n<p>Einsparungen von Investitionen an anderen Stellen<\/p>\n<p>Senkung der Personal- und Betriebskosten<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image008.jpg\" title=\"image008.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image008.jpg\" alt=\"image008.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Ungewohnter Anblick: Bagger und LKW im Schwimmbecken. Abriss des alten Schwimmerbeckens<\/em><\/p>\n<p>Damit die Gesamtkosten kalkulierbar blieben, hat das Ing.-B\u00fcro IBS alle zur Sanierung des Freibades notwendigen Arbeiten zusammen ausgeschrieben. Im August 1995 war der Durchbruch geschafft. Von den urspr\u00fcnglich geplanten 6 Bauabschnitten musste die Stadt \u201enur\u201c 3 Bauabschnitte finanzieren. Zwischenzeitlich hatte sich der \u201eF\u00f6rderverein der B\u00e4der der Stadt Friedrichsthal\u201c gegr\u00fcndet. Der Verein hat sich die Aufgabe gesetzt, die Rutsche zu finanzieren. Auch der Schwimmverein unterst\u00fctzte das Vorhaben damit, dass er als Ersatz f\u00fcr die bauf\u00e4llige \u201eTerrasse\u201c auf seine Kosten ein Vereinsheim mit Kassenhaus errichtet.<\/p>\n<p>In der Stadtratssitzung am 30. August 1995 wurden die Auftragsvergaben beschlossen. Um die st\u00e4ndig notwendigen Unterhaltungskosten dauerhaft zu minimieren, hat man sich f\u00fcr den Einbau eines Edelstahlbeckens entschieden.<\/p>\n<p>Trotz der Mehrkosten von rund 100.000 DM war dies die technisch und wirtschaftlich (Folge-, Unterhaltungskosten) beste L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Um den sp\u00e4teren Bau eines Springerbeckens ohne erheblichen Mehraufwand zu erm\u00f6glichen, wurde der Auftrag \u00fcber die Erd-, Maurer- und Betonarbeiten um rd. 38.000 DM erweitert.<\/p>\n<p>Ebenso hat man sich bei den Auftragsvergaben daf\u00fcr ausgesprochen, mit dem Bau des Edelstahlbeckens gleichzeitig verschiedene Ausstattungsgegenst\u00e4nde mit einbauen zu lassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image010.jpg\" title=\"image010.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image010.jpg\" alt=\"image010.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Beim Neubau des Schwimmerbeckens wurden bereits die Vorarbeiten f\u00fcr den Einbau eines Springerbeckens get\u00e4tigt. Dank der Spende einer Friedrichsthaler Unternehmer-Familie kann im Jahre 2000 das Springerbecken fertiggestellt werden.<\/em><\/p>\n<p>In der gleichen Sitzung wurde auch beschlossen, im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages dem Schwimmverein eine Teilfl\u00e4che des Schwimmbadgel\u00e4ndes zum Bau des Bewirtungsgeb\u00e4udes zu \u00fcbertragen. Bereits am 1. September 1995 hat der st\u00e4dtische Baubetriebshof mit Vorarbeiten im Freibad begonnen. Am 12. September 1995 konnte die erste Firma ihre Arbeit aufnehmen und im Januar 1996 wurde trotz sehr kalter Witterung mit dem Einbau des Edelstahlbeckens angefangen.<\/p>\n<p>Durch ein intensives Bau- und Finanzierungsmanagement wurde der Kostenrahmen eingehalten und die Bauma\u00dfnahmen liefen \u201ewie am Schn\u00fcrchen\u201c ab. Nach einer Bauzeit von etwas mehr als einem halben Jahr konnte am 08.06.96 das \u201eneue\u201c Freibad von B\u00fcrgermeister Werner Cornelius er\u00f6ffnet werden.<\/p>\n<p>Im April 1997 wurde die vom F\u00f6rderverein finanzierte Rutsche installiert. Zu diesem Zeitpunkt stand auch das vom Schwimmverein in Eigenregie gebaute Bewirtungsgeb\u00e4ude kurz vor der Vollendung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image013.jpg\" title=\"image013.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image013.jpg\" alt=\"image013.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Die Rutsche wird 1997 installiert.<br \/>\nDie komplette Finanzierung erfolgte durch den F\u00f6rderverein der B\u00e4der der Stadt Friedrichsthal.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image014.jpg\" title=\"image014.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image014.jpg\" alt=\"image014.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Alt und Neu<br \/>\nAbriss des alten \u201eSchuppen\u201c, im Hintergrund ist das neue Vereinsheim des SV Friedrichsthal zu sehen. Der \u201eSchwimmer-Treff\u201c wurde vom Schwimmverein in Eigenregie erstellt und dient w\u00e4hrend der Freibadsaison als Bewirtungsgeb\u00e4ude.Der Abriss der Terrasse sorgte bei etlichen Badbesuchern f\u00fcr Unmut. Eine Restaurierung oder Neugestaltung war jedoch aus mehreren technischen und zeitlichen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich.<\/em><\/p>\n<p>Die Sanierung des Freibades Friedrichsthal hat beispielhaft gezeigt, was trotz leerer Kassen mit guten Ideen und gro\u00dfem ehrenamtlichem Engagement erreicht werden kann. Der oftmals leichtere Weg, \u00f6ffentliche Einrichtungen aus Kostengr\u00fcnden oder wegen fehlender Investitionsmittel zu schlie\u00dfen, musste nicht beschritten werden. Somit ist das Freibad der Stadt Friedrichsthal Beispiel f\u00fcr eine gelungene B\u00fcrgerinitiative.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image016.jpg\" title=\"image016.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image016.jpg\" alt=\"image016.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Die Rutsche ist die Attraktion des sanierten Freibades und immer entsprechend frequentiert.<\/em><\/p>\n<p>Als weiterer Bauabschnitt zur Sanierung des Freibades wurde nach Beendigung der Badesaison 1997 die Wasseraufbereitung auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Auf dem Technikgeb\u00e4ude entstand eine Sonnenterrasse, im Geb\u00e4ude beheizte Umkleiden und Duschen. Auch an diesen Investitionen war der F\u00f6rderverein beteiligt. Ebenso konnte mittlerweile eine Beheizung des Beckenwassers realisiert werden. Diese wird durch ein Blockheizkraftwerk betrieben, welches in der Hallenbadsaison das Hallenbad versorgt. Auch zu dieser Finanzierung hat der F\u00f6rderverein mit etwa DM 90.000,- beigetragen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image019.jpg\" title=\"image019.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/image019.jpg\" alt=\"image019.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Impressionen im Winter<\/em><\/p>\n<p>Verwaltung und Rat sind zur Zeit dabei, weitere Verbesserungen des B\u00e4derbetriebes (Hallen- und Freibad) auf den Weg ins neue Jahrtausend zu bringen. Auch hierbei wird der \u201eF\u00f6rderverein der B\u00e4der der Stadt Friedrichsthal\u201c nach Kr\u00e4ften beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(von Helga Jungbluth und Hans Werner Kocar) Unter Nr. 1 der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 23. November 1936 wurde der Punkt \u201eErrichtung eines Gemeindeschwimmbades\u201c behandelt. An diesem Tag wurden die Weichen zum Bau des Freibades gestellt. Der damalige B\u00fcrgermeister Braun legte eine \u201eDenkschrift zum Bau eines Gemeindebades\u201c vor. Die Planung wurde durch den Baumeister in <a href=\"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/?page_id=10\" class=\"more-link\">...weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> \"Geschichte des Freibades\"<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-10","page","type-page","status-publish","h-entry","hentry","h-as-page"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.foerderverein-der-baeder.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}